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Steigende Speicherpreise

Apple rechnet mit weiter steigenden Speicherkosten – werden iPhones und Macs erneut teurer?

Apple bekommt die steigenden Preise für Speicherchips zunehmend zu spüren. Der Konzern erwartet auch über das Weihnachtsquartal hinaus höhere Kosten und schließt weitere Preisanpassungen nicht ausdrücklich aus. Gleichzeitig könnten Mac und iPad vorübergehend schlechter verfügbar sein.

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Die anhaltend hohen Preise für Speicherchips setzen Apple zunehmend unter Druck. Bei der Vorstellung der jüngsten Quartalszahlen erklärte Apple-Chef John Ternus, dass sich die Kosten für Speicher derzeit auf einem bislang nicht gekannten Niveau bewegen. Eine Entspannung ist nach Einschätzung des Unternehmens vorerst nicht in Sicht. Im Gegenteil: Apple rechnet sowohl im laufenden Dezemberquartal als auch darüber hinaus mit weiteren Preissteigerungen.

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Quickread: Auf einen Blick
  • Apple erwartet weiter steigende Speicherkosten bis über Dezember 2026 hinaus
  • Weitere Preiserhöhungen bei iPhone, Mac und iPad nicht ausgeschlossen
  • Lagerbestände auf rund 14,5 Milliarden US-Dollar gestiegen
  • Bruttomarge könnte von 47,9 auf 45 bis 46 Prozent sinken
  • Lieferengpässe bei Macs und iPads im Weihnachtsquartal möglich

Apple hatte bereits im Septemberquartal höhere Speicherkosten als im vorherigen Dreimonatszeitraum zu verkraften. Bislang konnte der Konzern einen Teil dieser Mehrbelastung durch frühzeitig eingekaufte Speicherchips sowie günstigere Konditionen bei anderen Komponenten ausgleichen. Dieser finanzielle Puffer dürfte allerdings zunehmend kleiner werden.

Weitere Preiserhöhungen bei iPhone und Mac möglich

Für Kunden stellt sich damit die Frage, ob Apple die steigenden Produktionskosten erneut über höhere Gerätepreise ausgleichen wird. Bereits Ende Juni hatte das Unternehmen die Preise verschiedener Mac- und iPad-Modelle angehoben. Im September folgten Preisanpassungen beim iPhone.

Während der Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen wurde Apple ausdrücklich gefragt, ob weitere Preiserhöhungen geplant seien. Eine klare Antwort gab es darauf nicht. Der für das operative Geschäft zuständige Sabih Khan ging der Frage aus dem Weg.

Finanzchef Kevan Parekh erklärte lediglich, dass die bisherigen Preiserhöhungen nur widerwillig vorgenommen worden seien. Apple versuche, kurzfristige Auswirkungen auf die Profitabilität und langfristige geschäftliche Interessen gegeneinander abzuwägen.

Neue Preisanpassungen wurden damit weder angekündigt noch ausdrücklich ausgeschlossen.

Apple stockt seine Lagerbestände deutlich auf

Um sich gegen weitere Preissteigerungen abzusichern, hat Apple seine Lagerbestände erheblich ausgebaut. Deren Wert lag zum Ende des Septemberquartals bei rund 14,5 Milliarden US-Dollar und damit mehr als doppelt so hoch wie ein Jahr zuvor.

Auch die vertraglichen Abnahmeverpflichtungen für die Produktion sind deutlich gestiegen. Laut Ternus erhöhten sie sich zwischen Juni und September um 33 Milliarden US-Dollar. Damit versucht Apple unter anderem, die Versorgung mit benötigten Komponenten langfristig abzusichern.

Die Strategie hat allerdings ihre Grenzen. Bereits eingekaufte Speicherchips können die aktuellen Preissteigerungen nur vorübergehend abfedern. Sobald diese Bestände aufgebraucht sind, muss Apple neue Komponenten zu den dann geltenden Konditionen beschaffen.

Bruttomarge erklärt!

Die Bruttomarge zeigt, welcher Anteil des Umsatzes nach Abzug der direkten Herstellungskosten übrig bleibt. Steigen beispielsweise die Preise für Speicherchips, ohne dass ein Hersteller seine Verkaufspreise entsprechend anpasst, sinkt in der Regel die Bruttomarge. Sie ist damit ein wichtiger Indikator dafür, wie profitabel ein Unternehmen seine Produkte verkauft.

Steigende Kosten drücken auf Apples Gewinnmarge

Die Auswirkungen zeigen sich bereits in der Finanzprognose. Während Apple im Septemberquartal noch eine Bruttomarge von 47,9 Prozent erzielte, erwartet das Unternehmen für das Dezemberquartal nur noch 45 bis 46 Prozent.

Den größten Anteil an diesem erwarteten Rückgang haben laut Apple die steigenden Speicherkosten. Hinzu kommen zusätzliche Ausgaben im Zusammenhang mit den KI-Funktionen von Siri.

Für Apple bedeutet eine sinkende Bruttomarge, dass nach Abzug der direkten Herstellungskosten ein geringerer Anteil des Umsatzes übrig bleibt. Das erhöht den wirtschaftlichen Druck, entweder Kosten an anderer Stelle einzusparen oder höhere Komponentenpreise zumindest teilweise an Kunden weiterzugeben.

Auch bei der Verfügbarkeit von Macs und iPads könnte sich die Situation bemerkbar machen. Apple erwartet für das Dezemberquartal Einschränkungen bei der Belieferung beider Produktkategorien, die auf Probleme bei der Speicherbeschaffung zurückzuführen sind.

Damit treffen die höheren Komponentenpreise den Konzern gleich doppelt: Sie belasten die Profitabilität und erschweren gleichzeitig die Versorgung mit ausreichend Geräten für das wichtige Weihnachtsgeschäft.

Unsere Einschätzung

Stefan Keller
Apple kann steigende Komponentenpreise durch seine Einkaufsmacht und langfristige Lieferverträge zumindest zeitweise abfedern. Die aktuellen Aussagen zeigen allerdings, dass auch diese Möglichkeiten begrenzt sind. Besonders bemerkenswert ist, dass der Konzern weitere Preiserhöhungen auf direkte Nachfrage nicht ausgeschlossen hat.

Das bedeutet nicht automatisch, dass iPhones, Macs und iPads kurzfristig erneut teurer werden. Allerdings hat Apple bereits in diesem Jahr gezeigt, dass höhere Produktionskosten zumindest teilweise an Kunden weitergegeben werden. Sollte sich die Lage am Speichermarkt nicht entspannen, wächst der Druck auf künftige Produktpreise. Auch die angekündigten Lieferbeschränkungen bei Mac und iPad könnten für Käufer im Weihnachtsgeschäft relevant werden.

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